11.07.2023 - 19:00 Uhr
Die Volksrepublik China ist zu einer Wissenschaftsmacht geworden. Das Land ist inzwischen der größte Produzent von wissenschaftlichen Fachartikeln. Chinesische Universitäten und Forschungsinstitute klettern in weltweiten Rankings, ziehen internationale Talente an, bringen zunehmend innovative Forschung hervor und sind zu gefragten Kooperationspartnern geworden. Somit ist Wissenschaftszusammenarbeit mit der VR China längst keine Aufbauarbeit mehr. Gleichzeitig führt auch Chinas wissenschaftlicher Aufstieg zu globalen Friktionen. Der Vortrag skizziert diese Entwicklungen am Beispiel der deutsch-chinesischen Wissenschaftsbeziehungen und fragt nach ihrer Bedeutung im aktuell zusehends schwierigeren Verhältnis beider Länder. Welche Strukturen, Interessen und Normen prägten und prägen den Austausch und die Zusammenarbeit? Und kann die Wissenschaft eine Sonderrolle in Zeiten politischer Spannungen einnehmen?
Anna L. Ahlers studierte Sinologie und Politikwissenschaft in Tübingen, wo sie 2013 auch promovierte, und war anschließend an der Universität Bonn und dem Mercator Institute for China Studies (Merics) tätig. Bevor sie 2020 die Leitung der Forschungsgruppe „China im Weltsystem der Wissenschaft“ im Lise-Meitner-Exzellenzprogramm der Max-Planck-Gesellschaft übernahm, war sie Professorin für Chinas Gesellschaft und Politik an der Universität Oslo. Von 2017-2022 war sie Mitglied der Jungen Akademie (Leopoldina und BBAW), 2018-19 Gastprofessorin in Chicago und 2020-21 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
China wird unser Leben in Europa in den nächsten Jahren noch mehr beeinflussen als in der Vergangenheit. Wir müssen lernen, mit dieser aufstrebenden Großmacht umzugehen. Um China besser zu verstehen, müssen wir uns mit einem bunten Strauß an Themen auseinandersetzen: Kultur und Geschichte, Innen- und Außenpolitik, Werte und Interessen sowie Wirtschaftsbeziehungen und Global Governance.
Die Gesellschaft für Außenpolitik möchte mit der neuen Veranstaltungsreihe „China im Fokus“ dazu beitragen, das Wissen über China zu verbreitern und Handlungsoptionen und -notwendigkeiten für deutsche und europäische Politik aufzeigen.
Anmeldung
Gäste herzlich willkommen
Ort
Max-Planck-Institut
Kraepelinbaus (Altbau), Kraepelinstr. 2, 80804 München
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